Was Sie rund um Spam unbedingt wissen müssen

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E-Mails: Spam

Spam ist der Fachausdruck für Werbemüll. Gemeint ist damit das Versenden von unaufgeforderten Werbe-E-Mails an potenzielle Kunden. Bei E-Mail-Anwendern verstopfen Werbe-E-Mails den Posteingang.

Informationen gemäss Stand vom 12.8.2023

E-MailBild: Gerd Altmann auf Pixabay.com

Selbst wer selten E-Mails versendet, bleibt meist nicht lange davon verschont. Ganz vermeiden lässt sich das Ganze nicht, aber zumindest lässt sich das Übel stark eindämmen.

“Unter Spam versteht man Massen-E-Mails an Personen, die weder Kunden sind noch die Erlaubnis zum Erhalt der E-Mails erteilt haben.”

Inhaltsverzeichnis: Spambekämpfung

Wirkungsvolle Massnahmen gegen Spam

  • Synonyme für Werbemüll
    Spam, Junkmail. Auch Kettenbriefe und Viren­warnungen, soge­nannte Hoaxes, gehören in die Rub­rik Spam.
  • Zweit-Adresse verwenden
    Setzen Sie Ihre Haupt-E-Mail-Adresse nur sparsam ein. Verwenden Sie eine anonyme Zweit­adresse oder eine Weg­werf­adresse (Diese Weg­werf­adressen löschen sich nach einer bestimmten Zeit selber) für einmalige Aktio­nen wie zum Beispiel Down­loads, bei der Teil­nahme an Online-Spielen, beim Mitmachen in Dis­kussions­foren, beim Mit­bie­ten in Auk­tionen und der Veröffent­lichung von Klein­an­zeigen.
  • Schutzfunktionen nutzen
    Nutzen Sie die Spam-Schutz­funk­tionen, die einige E-Mail-Provider anbieten.
  • Filterfunktionen verwenden
    Nutzen Sie die Filter­funk­tionen Ihres E-Mail-Pro­gram­mes, um E-Mails mit be­stimmten Merkmalen direkt auf dem Server zu löschen oder zumindest direkt nach dem Herunter­laden automa­tisch in den Papier­korb­ordner zu ver­schie­ben.
  • Spamfilter
    Spamfilter sind Programme, die mit hoher Wahr­schein­lichkeit Werbemüll erkennen und von der regulären Post trennen. Es gibt sogar einige kostenlose und her­vor­ra­gende Spamfilter.
  • Verschlüsseln der E-Mail-Adresse auf dem Server
    Verschlüsseln Sie Ihre E-Mail-Adresse auf dem eigenen Internetauftritt. Damit erschweren Sie Such­robotern, die ganze Websites regel­mässig scannen (um E-Mail-Adressen zu sammeln), ihre Arbeit.
  • Nicht in den Spamfiltern lan­den
    Wenn Sie Newsletter versenden, vermei­den Sie Worte, welche in Spam­mails oft vorkommen.
  • Adressenverbreitung vermeiden
    Versenden Sie keine Mas­sen-E-Mails an Freunde und Bekannte via Befehl CC, sondern ausschliesslich via Be­fehl BCC. Für Adressen­samm­ler sind mit E-Mail-Adressen geschwängerte E-Mails ein gefundenes Fressen.
  • Totstellen
    Antworten Sie nie auf Spam. Wer ant­wortet, zeigt damit auch, dass er die E-Mails öffnet. Damit wird Ihre Ad­resse nur noch kostbarer und ggf. kriegen Sie noch mehr Junk-E-Mails.
    Klicken Sie niemals auf die Hyperlinks in den E-Mails. Spammer erkennen sofort, wer dem Link gefolgt ist und damit wird Ihre E-Mail-Ad­res­se auch als aktiv ein­ge­stuft.
    Aktivieren Sie während Ihrer Abwesen­heit nicht den Auto­res­ponder, weil damit auch die Spammer informiert wer­den. (Sofern in den erhaltenen E-Mails die Rück­sende­adresse nicht ge­fälscht wurde)
  • Wer den Aufwand nicht scheut I
    Bei Spammern aus dem deutsch­sprachigen Raum können Sie den ent­sprech­enden Versender an­schreiben und ihn auf seine illegale Tätig­keit hin­wei­sen. Verwenden Sie dazu vorbe­reitete Text-Bau­steine.
  • Wer den Aufwand nicht scheut II
    Bei Spammern aus dem deutsch­sprachigen Raum können Sie den ent­sprechen­den Providern schreiben und auf das Spamming ihres Kunden auf­merk­sam machen. Bei den meisten seriö­sen Hos­ting-Providern ist das Spamming vertragsmässig untersagt. Verwenden Sie dazu vorberei­tete Text-Bausteine.
  • Boykott
    Der Versand von Spam ist in vielen Ländern nicht legal. Unterstützen Sie deshalb keine Firmen, die mittels Spam arbeiten. Selbst wenn Ihnen das Ange­bot zusagen sollte, kaufen Sie bei „sau­be­ren“ Firmen.
  • Whitelist
    Des Öfteren landen E-Mails von Kunden und Freunden im Spam-Ordner. Damit dies nicht mehr passiert, tra­gen Sie die ent­sprechenden E-Mail-Adressen in die soge­nannte Whitelist ein. Alle diese E-Mails werden ohne Prüfung Ihnen direkt zuge­stellt. Diese Whitelist oder Freun­des­liste finden Sie in Ihrem Mailhost meistens in der Nähe, wo Sie auch Ihre Spam­filter finden.
  • Spamfilter auf Ihrem Server
    Wenn Sie einen eigenen Server be­trei­ben, erreichen Sie Ihre persönlichen E-Mails meist unter einer Adresse in der Form http://mailhost.Ihre Domain.de
    In diesem Mailhost befindet sich meis­tens ein Spamfilter, wo der erkannte Spam ge­speichert wird.

“WICHTIG: Sie sollten mindesens einmal pro Woche kontrollieren, ob sich darin nicht eine gewünschte E-Mail befindet, die als Spam markiert wurde!”

Bei dieser Gelegenheit können Sie den bisher erhaltenen Spam löschen, da er Ihnen langfristig gesehen Ihren ge­mieteten Webspace füllt. Also weg damit!
Spamordner

Wieso Sie keinen Spam versenden sollten

Was spricht gegen den Ver­sand von Spam, der Plage des 21. Jahrhunderts?

  • Illegal und strafbar
    Das Versenden von Spam ist in vielen Ländern illegal. Das Ver­sen­den von Spam über fremde Server als Ver­teil­stationen (Relais) ist zudem strafbar.
  • Risiko Kündigung
    Das Versenden von Spam kann dazu führen, dass der Versender eine Kün­digung seines Hosting­providers erhält. Oft finden sich ent­sprechende Klauseln in den Verträgen.
  • Alle hassen Spam
    Viele Internet-Nutzer stehen dem Spam­ming wesentlich ab­leh­nen­der gegen­über als der posta­lischen Wer­bung. Ge­har­nischte Reaktionen der Bewor­benen unter der Gürtellinie be­stä­tigen die­se Erfahrungen. Je mehr Spam der Anwender erhält, desto ableh­nender ist seine Hal­tung gegenüber den Spam-Versendern.
  • Auf schwarzer Liste
    Versenden von Spam kann dazu führen, dass der Ver­sender auf die MAPS RBL-Liste kommt. Dies kann dazu fü­hren, dass die nor­ma­len E-Mails auch nicht wei­terge­leitet werden.
  • Krieg
    Poweruser wissen sich zu wehren und attackieren den Versender mit Tau­sen­den von E-Mails, um seinen E-Mail-Server in die Knie zu zwingen.
  • Image angeknackst
    Versenden von Spam führt zu einem grossen Image­ver­lust des ent­sprech­enden Unter­nehmens.

Newsletterabos kündigen

Kündigen Sie ein Newsletter­abo, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Allenfalls werden Sie sich später ärgern, wieso Sie den News­letter immer erhalten. Sie denken dann, dass Sie Spam erhalten – dabei haben Sie ganz einfach ver­ges­sen, dass Sie sich vor langer Zeit ange­meldet haben.

Mit den meisten seriösen Newslettersystemen ist der Versand von Spam gar nicht mehr möglich, da die Auf­nahme in den Verteiler davon abhängt, dass der Empfän­ger die Ankündi­gung des News­letters be­stätigt hat. Der Begriff da­zu lautet Double-Optin.

Seriöse Newslettersysteme verfügen über die Möglichkeit, via Selbstaus­kunftslink die über Sie gespeicherten Daten abzurufen.

Ach ja: Meistens ist der Link zum Beenden eines Abos ganz oben oder ganz unten in einem Newsletter.

Online-Tools

  • Mailtester
    Mit diesem Programm kön­nen Sie testen, ob eine E-Mail in einem Spam­filter lan­den könnte.
    mail-tester.com
  • E-Mail-Adressen ver­schlüs­seln
    Mit dem Online-Tool ver­schlüsseln Sie Ihre E-Mail-Adresse. Fügen Sie die verschlüsselte Adresse auf Ihrer Web­site ein.
    onsite.org/html/antispam_email.html
  • Hornetsecurity
    Sichern Sie Ihre E-Mail-Kom­munikation und schützen Sie sich vor ungewollten E-Mails. Auf einfachste Art und Wei­se, ohne dass Sie die Kontrolle abgeben müssen.
    hornetsecurity.com/de/
  • Blacklist Check (E)
    Der Blacklist Check testet die IP-Ad­res­se eines E-Mail-Servers gegen­über 100 DNS-basierte E-Mail-Blacklists. (allgemein als Realtime Blacklist, DNSBL oder RBL bezeichnet). Wenn Ihr E-Mail-Server auf die Blacklist gesetzt wurde, werden einige von Ihnen gesendete E-Mails möglicherweise nicht zugestellt. E-Mail-Blacklists sind eine gängige Met­hode, um Spam zu redu­zieren.
    mxtoolbox.com/blacklists.aspx
  • Senderscore (E)
    Der Online-Dienst zeichnet auf, ob sich Kontakte regel­mässig von E-Mails be­stimmter Absender abmelden oder diese als Spam markieren. Der Sen­der­score, der Ihnen zugeteilt wird, ist keine feste Grösse, son­dern än­dert sich je nach Ihren E-Mail-Mar­ke­ting-Gewohn­heiten und den Reak­tionen Ihrer Empfänger.
    senderscore.org

Zusammenfassung

  • Definition
    Jeder massenhafte Versand von Werbe­sendungen ohne Einver­ständnis des Empfängers ist Spam.
  • Tabu ist der Kauf von E-Mail-Adressen
    Kaufen Sie keine E-Mail-Adressen, um zu spammen!
  • Tabu ist der Verkauf von E-Mail-Adres­sen
    Verkaufen Sie keine E-Mail-Adressen für Spammer!
  • Tipp
    Prüfen Sie zumindest einmal pro Woche oder Monat sowie pro E-Mail-Adresse, ob sich nicht echte E-Mails im Spamfilter befinden. Die Spams löschen sie, da sie nur unnötig Platz brauchen und Ihnen Ihren Webspace verbrauchen.
  • Nichts für Profis
    Aufgrund der vielen Nachteile versenden nur Amateure Spam!
  • Interessierte Personen geben gerne die Erlaubnis
    Praktizieren Sie Permission-Marketing. (Beim Erlaubnis-Marketing gibt der Konsu­ment frei­willig die Ein­willi­gung, vom jeweiligen Anbieter Werbe­bot­schaf­ten zu erhalten)

P.S.:

„Was unternehmen Sie bereits gegen Spam?“

Autor: Walter B. Walser, kundennutzen.ch

Verfolgen Walter B. Walser:

Online-Mar­ke­ting-Mana­ger

Seit 1995 hat Walter B. Walser Erfahrung mit dem Internet. Im Jahr 2001 gründete er das Magazin kundennutzen.ch, das sich auf praktisches Online-Marketing und Online-Tools konzentriert. Als Agenturleiter hat er Unternehmern geholfen, die Effektivität ihrer Website um 100% zu steigern. Darüber hinaus beriet Walser kleine Unternehmen bei ihrem Internetauftritt und spezialisierte sich auf die Pflege und Optimierung von Websites. Zu seinen Interessen gehören Umweltschutz und Geopolitik.