Internatio­nale Web­si­tes: Worauf Sie un­be­dingt ach­ten soll­ten

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Online-Marke­ting-Bei­trag: In­ter­natio­nali­sie­rung

Ein Grossteil der Menschen über 25 Jahre erinnert sich – manchmal mit Widerwillen – an die frühen Jahre des In­ter­nets mit seinem Überfluss an Web­si­tes, die von Amateur-Ent­wick­lern kreiert wurden. Tanzen­de Icons, frag­würdi­ge Musik und bizarre Farb­schemata sorgten dafür, dass diese Websites die Produkte und Dienst­leistungen, für die sie werben sollten, auf­grund der mangelnden Fer­tig­keiten der Web­designer zwei­fel­haft er­schei­nen liessen.

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Quelle: Edar auf Pixabay.com

Auch wenn es solche Websites im Internet nach wie vor gibt, so hat die Generation, die mit dem In­ter­net aufge­wach­sen ist, Kun­den auf ein moderneres Webde­sign aufmerksam ge­macht. Die Webmaster, die diese „Old­school“–Web­si­tes bevorzugten, mussten sich an­pas­sen und sich die Kenntnisse für pro­fes­sio­nel­les Webdesign wie die Nut­zung von Design­tools und Online-Res­sour­cen an­ei­gnen.

Sobald eine Website ins Netz ge­stellt wird, ist sie sofort für Inter­netnutzer auf der ganzen Welt sichtbar. Menschen in Seattle, San Francisco, Stock­holm oder Madrid können aufgrund des Webdesigns Rück­schlüsse zie­hen. Dieses welt­weite Publi­kum muss in Betracht gezo­gen wer­den, wenn man auf inter­na­tio­naler Ebene ge­schäft­lich tätig werden möch­te. Das Webdesign in ver­schie­denen Sprachen ist eine Kunst, die von Ama­teur-Web­de­signern ignoriert werden kann, je­doch nicht von Profis.

Die aktuellsten Statistiken zei­gen, dass weltweit etwa 1,5 Milliarden Menschen zumindest die Grundlagen der eng­lischen Sprache beherrschen. Daraus ergibt sich, dass etwa 75% der Erdbevölkerung nicht in der Lage sind, Englisch zu lesen oder in Englisch zu kommunizieren. Die Sta­tis­ti­ken zeigen auch, dass die Mehrheit der Internetnutzer, die Englisch als Fremd­sprache, je­doch nicht als Mutter­sprache sprechen, kommerziellen In­ter­net­seiten mehr vertrauen, wenn sie diese in ihrer eigenen Sprache vorfinden.

Sprache Mutter­sprachler Gesamt­zahl der Per­so­nen, die die­se Sprache sprechen
Englisch 13.00 % 51.00 %
Deutsch 18.00 % 32.00 %
Französisch 12.00 % 26.00 %
Italienisch 13.00 % 16.00 %
Spanisch 9.00 % 15.00 %

 

Bei der Lokalisierung einer eng­lisch­sprachigen Website in eine andere Sprache ist während des Prozesses ein pro­fes­sio­nel­ler Über­setzer erfor­der­lich (vor allem für die Auswahl von Keywords zur Such­maschi­nenopti­mierung der Website). Doch sogar noch vor diesem Prozess kann das ur­sprüng­liche Design der Website diese Lokali­sierung be­günstigen oder sogar erheblich ver­ein­fachen. Nachfolgend fin­den Sie einige Aspekte, die bei internationalen Am­bi­tio­nen unbe­dingt beachtet werden sollten.

Unicode

Unicode ist ein Industrie­stan­dard im Webde­sign, mit dem ein Text in einem Grossteil der welt­weit exis­tier­enden Alpha­bete ange­zeigt werden kann. Das Format wird von Tech­nolo­gie­gigan­ten wie Apple und Microsoft bevorzugt ver­wen­det und ist mit den meisten derzeit ver­füg­ba­ren Browsern und Betriebssystemen kom­pa­ti­bel. Es ist ebenso mit mehr als 90 Scripts kompatibel, die meh­re­re hundert Millionen Zeichen und Symbole um­fas­sen. UTF-8 ist eine Ko­die­rung von va­riab­ler Bit-Breite für Unicode und gilt als beste Option für Web­sites, die mög­licher­weise in ve­r­schie­dene Sprachen lo­ka­li­siert werden müssen, da diese Ko­die­rung eine Verwendung von Zeichen er­möglicht, die in einer Viel­zahl von Alpha­be­ten auf­tre­ten.

Navigation

Eine intuitive Navigation ist das wichtigste Merkmal eines quali­ta­tiv hochwertigen Web­designs. Die Besucher einer Website können zwar nach Informationen oder auch Produkten suchen. Wichtig ist je­doch, dass den Besuchern an­ge­boten wird, was sie möchten, und dass sie die Möglichkeit haben, dies leicht zu finden. Dies erfordert Konsis­tenz, eine kohä­rente und klare Darstellung sowie eine ge­pfleg­te Auf­machung der Website.

Nicht alle Sprachen lesen sich von links nach rechts. Arabisch zum Beispiel steht an fünfter Stelle der am meisten ge­sprochenen Sprachen weltweit – und wird von rechts nach links gelesen. Dies gilt auch für un­zäh­lige weitere Sprachen überall auf der Welt und muss kon­se­quen­terweise vor allem dann in Betracht gezogen wer­den, wenn das Menü einer Website auf der linken Seite platziert wird.

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Eine Möglichkeit zur Vermeidung dieses Problems ist ein Menü auf der rechten Seite, doch für mehr Komfort und Ko­hä­renz ist von Anfang an die Wahl eines horizontalen Balkenmenüs die bessere Lösung. Mit einem solchen Design lässt sich auch ein weiteres Problem leicht vermeiden: Die Länge der Wörter ist in verschiedenen Sprachen äusserst unter­schiedlich. Das komplizierte deutsche Wort „Personen­kraft­wagen“ kann im Französischen schlicht „auto“ heis­sen; das englische „car“ ist bisweilen sogar noch kürzer.

Farben

Die Auswahl der Farben ist aus­schlag­gebend sowohl für den Ein­druck, den die Website bei gelegent­lichen Besuchern hin­ter­lässt, als auch für eine mögliche Kun­den­bindung. Es ist besonders wich­tig, dem Farb­schema einer Website ho­he Be­ach­tung zu schenken, da zum Beispiel ein Text sehr schwer zu lesen ist, dessen Schriftfarbe ähn­lich der Hin­ter­grundfarbe ist.

Ein Webdesigner muss auf die kulturellen Gegebenheiten des Landes achten, für das eine Web­site er­stellt wird. Rot zum Beispiel steht in westlichen Län­dern häu­fig für Leidenschaft oder Gefahr, während die Farbe in China für Glück und in Indien für Reinheit steht.

Grün ist in vielen Kulturen die Far­be der Natur. Es ist jedoch davon abzuraten, auf einer Web­site einen grünen Hut ab­zu­bil­den, da dies in China das Symbol für eine untreue Ehefrau ist.

Orange hat in verschiedenen Tei­len Nord­irlands eine religiöse Bedeutung, steht jedoch in ande­ren west­lichen Län­dern für den Herbst oder gar für Hallo­ween.

„Es ist daher in Sachen Zeit und Geld in jedem Fall rentabler, von Anfang an zu recherchieren und zu planen, welches Farbschema sich am besten für internationale Websites eignet.“

All dies sind also die Grundlagen für das Design einer Website, die sich leicht auf unsere globa­li­sierte Welt anwenden lassen. Mit all diesen Schritten kann ein Webdesigner jedem Unternehmer bei der Eroberung der Welt (oder besser, seiner Zielgruppe) behilflich sein, ohne dass dieser dafür ein Vermögen ausgeben muss, indem Kultur, Bräuche und re­gio­na­le Ge­pflo­gen­heiten erkannt und berücksichtigt werden.

Autor: Lingo24.ch. Lingo24 ist ein inter­natio­nal tätiges Über­set­zungs­büro, das sich unter anderem auf Web­site-Lo­ka­li­sierungen spezialisiert. Das Unter­ne­hmen beschäftigt mehr als 100 Mit­ar­beiter in Europa, Nord­ame­rika, Asien, Aus­tra­lien und im Süd­pa­zifik und un­ter­hält zudem ein Netz­werk von 4.000 Über­setzern.