Webmas­ter, tue es jetzt. Und tue es immer und immer wie­der!

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Online-Mar­ke­ting-Bei­trag

Informationen gemäss 30.7.2021

Warum Paranoia gut sein kann

Heute wollen wir mal ein Thema an­schnei­den, welches nicht überall so gut ankommt. Denn es ist mit einem hässlichen Wort ver­bun­den: manche nennen es A r b e i t. Es geht um Ar­bei­ten, die immer wieder anstehen, die sich regelmässig dem Web­verant­wort­lichen auf­drängen. Und die man oft genug ver­nach­lässigt. Tätig­keiten wie Wartung, Statistik und Kont­rolle. Also, ich erzähl gleich mal was aus dem Näh­kästchen.

„Ganz oben auf der Liste meiner Erfahrungen steht die Er­kennt­nis, dass man unan­genehmen Dingen nicht aus dem Weg gehen kann“, sagte schon Henry Ford. Und er musste es ja wissen. Mehr zu Henry Ford später.

Inhalts­ver­zeich­nis regel­mässige Tätig­keiten


Datensicherung (Backup) der Web­site

Haben Sie eine aktuelle Daten­sicherung Ihres Webauftritts? Was ist, wenn Ihr Hosting-Provider Konkurs macht? Was ist, wenn Sie kurz­fristig den Provider wech­seln müssen?

Es gibt verschiedene Met­ho­den, um die Datensicherung durch­zu­führen. Welche die beste Methode ist, darüber liesse sich vortrefflich streiten, was wir aber unter­lassen wer­den. 🙂

Viele Hosting-Provider führen automatisch eine Daten­sicherung aus. Allerdings sind Sie auf diesen Provider auf Ge­deih und Verderb angewiesen. Da manche mit diesem Klum­pe­n­risi­ko nicht leben wollen, gibt es weitere Lösungs­­an­­sät­ze.

Bei einem einfachen Web­auf­tritt mit ein paar HTML-Seiten ist es einfach. Da man auf dem eigenen PC den Auftritt kon­zipiert hat, ist der Online-Auftritt ja praktisch nur eine Kopie. In diesem Fall ist nichts zu unternehmen. In Zeiten von Content-Mana­ge­ment-Sys­te­men dürfte dieser Fall eher selten sein.

Setzt der Webauftritt auf eine Datenbank, bei der online Da­ten erfasst werden, ist die Sache schon komplizierter. Bei der Datenbank MySQL können Sie via Benutzeroberfläche PHPMyAdmin die Daten exportieren und auf dem hei­mi­schen PC wieder importieren. Damit sind auch diese Daten gesichert.
Viele der Leser werden einen Webauftritt auf Basis eines CMS (Content-Management-Systems) besitzen. Je nach Pro­dukt gibt es hier ver­schie­dene Lösungen.

Für WordPress können Sie mit einem Plugin wie WP-DBManager automatisch die Datenbank sichern lassen.

Per FTP-Software können Sie die hochge­lade­nen Dateien einfach auf den eigenen Computer kopieren.

Grundsätzlich würde ich jedem Webmaster empfehlen, eine lauffähige 1:1 Kopie des Webauftritts auf dem PC zu verwalten. Es ist viel besser wenn man neue technische Finessen, Redesigns und Plugins auf dem aktuellen PC austestet. Den realen Online-Webauftritt sollten Sie von diesen Tests verschonen. (Na, Sie wissen schon, falls mal was daneben geht.)

Auch neue Versionen der Plugins sollten Sie grund­sätz­lich immer auf der Offline-Version einer Website testen. Gerade kürzlich habe ich festgestellt, dass nach einem Pluginupdate ein Programmteil nicht mehr funktionierte. War ich froh, habe ich das Update nicht online durchgeführt. 🙂 Manchmal ist so ein bisschen Paranoia gar nicht schlecht und vermeidet Ärger, bei sich selbst oder noch schlimmer, bei einem Kunden!

HTML-Seiten laufen auf jeder Kiste, programmierte Seiten wie PHP-Seiten laufen nicht auf einem gewöhnlichen PC, mögen Sie als cleverer Web­mas­ter jetzt einwenden. Richtig!

Damit ein CMS wie WordPress auf dem eigenen PC läuft, muss ein Webserver mit den ent­sprechenden Pro­gram­mier­sprachen auf dem Computer oder einem USB-Stick in­stal­liert sein. Das ist einfacher als vermutet. XAMPP, AMPPS oder InstantWP bieten ent­sprech­ende Lösungen kosten­frei an.

Automatisch durchgeführte Datensicherungen sind zu bevorzugen. Bei manuellem Eingreifen ist darauf zu achten, dass die Datensicherung regelmässig durchgeführt wird. Eine Checkliste hilft, dass man die Übersicht behält. Eine einfache Tabelle in einem Tabellenkalkulationsprogramm sorgt für Ordnung.

„Welche der technischen Lösungen man auch bevorzugen mag: Planen Sie die Datensicherung automatisch oder führen Sie diese regelmässig aus!“

Datensicherung der E-Mail-Ad­res­sen

Manche Webmaster verwalten Ihr Newsletter-Adressen via Dienstleister im Web. Auch in diesem Falle kann man monatlich oder alle drei Monate die E-Mail-Adressen mit allen Einstellungen exportieren und zusätzlich auf dem eigenen PC lagern. (Was ist, wenn man E-Mail-Provider gehackt wird, von heute auf morgen vom Markt ver­schwin­det, wenn …)

Manche denken eventuell, der hat jetzt wirklich Paranoia. Aber wie wir oben schon gelernt haben, ist ein bisschen Paranoia recht nützlich. Wenn die gesamte Existenz an diesen E-Mail-Adressen hängt, können Sie nicht vorsichtig genug sein!

Statistik und Früh­warn­system

Als Webmaster muss man auch wissen, was auf den eigenen Servern läuft und wie sich die Dinge entwickeln. Pro­fes­sion­elle Statistik­programme liefern uns die benötigten Daten. Dazu braucht man pro Monat nur einige Minuten Zeit und ein Tabellen­kal­ku­lations­pro­gramm (Damit kann man die Daten auch noch grafisch aufbereiten, am besten eignen sich dazu Linien­dia­gramme). Welche Daten allerdings relevant sind, entscheiden Sie selbst.

Hier ein paar Vorschläge:

  • Anzahl Besucher auf der Website
  • Anzahl Besuche auf der Website
  • Anzahl der aufgerufenen Seiten
  • Durchschnittliche Anzahl der aufgerufenen Seiten
  • Durchschnittliche Länge eines Besuches
  • Anzahl der neu gewonnenen Newsletterabonnenten
  • Anzahl der verlorenen Newsletterabonnenten
  • Total der News­letter­abon­nenten
  • Anzahl der Anfragen
  • Anzahl der Bestellungen
  • Getätigter Umsatz durch Ver­kauf
  • Getätigter Umsatz durch Provisionen

Interessant wird es, wenn man die Daten über mehrere Jahre führt und so den Erfolg genau nachvollziehen kann. Zudem lassen sich jahreszeitliche Trends herausfinden. Werden gewisse Werte Monat für Monat unterschritten, so müssen Sie schleunigst die Faktoren für den Absturz ermitteln und handeln!

Mit den Web­mas­ter-Tools prüfen

Es gibt mehrere Webmaster-Tools. Kostenfrei und am bekanntesten ist die Google Search Console. Auch mit diesem Instrument können Sie Probleme und Fehler der Website früh erkennen und sofort handeln. Mein Vor­schlag: monat­lich über­prüfen.

Aktualität

Zu den regelmässigen Tätig­keiten gehört auch die Überprüfung des Inhaltes einer Website. So müssen u.a. folgende Fragen geklärt werden:

  • Stimmen alle Informationen noch?
  • Sind die Fotos und Filme noch aktuell?
  • Stimmen alle Preise noch?
  • Wird noch auf Aktionen oder Termine hingewiesen, die längst vorbei sind?
  • Sind die angebotenen Downloads noch aktuell

Ausgehende Links müssen immer mal wieder kontrolliert werden. Dazu eignen sich Tools wie Xenu. Solche Tools erkennen aber nur, ob ein Link noch technisch funktioniert. Verweist der Link inzwischen auf eine Pornoseite, helfen uns solche Tools nicht. Also sollten Sie jeden Link (sofern möglich) gelegentlich auch mal an­klicken.

Bezahlte Wer­bung kontrol­lieren

Buchen wir Werbung im Key­word-Ad­verti­sing Umfeld (wie Google Ads) müssen wir kontrollieren, ob alles nach un­se­rem Geschmack verläuft. Die Kampagnen müssen überprüft und optimiert werden.

Affiliate-Mar­ke­ting

Wenn wir Einnahmen aus dem Affiliate-Marketing beziehen, kontrollieren wir die regel­mässigen Ein­nahmen. Bringen uns die Affiliate-Links die dringend benötigten Ein­nahmen? Welche Links müssen ausgetauscht werden? Funktionieren die Affiliate­links über­haupt noch?
Nur wenn wir alle Einnahmen und Optimierungen im Blick haben, können die Umsätze regelmässig stabil sein oder sogar gesteigert werden.

Splittesten

Laien vermuten, Profis wissen. Ist die Bestellseite ideal aufge­baut, wurde die Landeseite bestens erstellt? Solche Fra­gen sind aus dem Bauch heraus kaum seriös zu beantworten. Ein so genannter Splittest hilft die ent­schei­denden Seiten eines Webauftritts zu optimieren. Und genau darum geht es hier: Die Splittests müssen regel­mässig kontrol­liert und mit Änderungen neu aufgesetzt werden.

Formulartest

Ich stelle im Web immer wieder fest, dass die Formulare auf diversen Webpräsenzen nicht funktionieren! Ohne kor­rekt funktionierende Formulare gibt es kein Eintrag in den E-Mail-Verteiler, keine Kontaktdaten, keinen Umsatz. Kaum ein Besucher ist so freundlich und weist uns auf ein technisches Problem hin.

Formulare werden bei der Er­stellung oftmals nicht gründ­lich getestet. Unsauber programmierte Formulare können bei einem Update der Programmier­sprache nicht mehr korrekt arbeiten! Wenn keine Anfragen oder Bestel­lun­gen ein­tref­fen, sofort das Kontaktformular testen! Besser Sie testen die Formulare monatlich.

Zusammenfassung als Check­liste sowie weitere wichtige Punkte

  • Datensicherung der Web­prä­senz(en)
  • Komplette Inhalte der Web­site auf Aktuali­tät überprüfen
  • Website auf defekte Links über­prüfen
  • Datensicherung der E-Mail-Adressen
  • Statistiken auswerten
  • Marketingplan: Sind wir mit unserer Planung auf Kurs?
  • Webmaster-Tools überprüfen
  • Keyword-Advertising-Kampagnen überprüfen
  • Affiliate-Marketing-Mass­nahmen über­prüfen
  • Splittesten
  • Formulartests durchführen
  • und wenn wir schon dabei sind, hier noch die Kontrolle des eigenen PCs
  • Komplette Festplatte auf Viren und Spyware über­prüfen lassen
  • Festplatte auf Fehler überprüfen und defragmentieren
  • Software updaten
  • Datensicherung durchführen
  • PCs ab und zu öffnen und Staub entfernen, um den Computer vor Überhitzung zu schützen

P.S.

Der Beitrag hat mit einem Zitat von Henry Ford seinen Anfang genommen. Mit einem wei­te­ren seiner Zitate endet hier der Beitrag:
„Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft darauf, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken.“ Also packen wir es an!

Autor: Walter B. Walser, kundennutzen.ch

Verfolgen Walter B. Walser:

Gründer des pra­xis­na­hen On­li­ne-Mar­ke­ting Ma­ga­zins kundennutzen.ch, Autor und Online-Marketing Manager. Er half frü­her Un­ter­neh­mern 100% mehr aus Ihrer Web­site he­r­au­­s­zu­­­ho­len. Er hat KMU in Bezug auf deren Web­auf­tritt be­raten und sich auf die Web­si­te-Pfle­ge, Web­si­te-Opti­mie­rung und das On­li­ne-Mar­ke­ting mit On­li­ne-Tools spe­zia­li­siert.