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Webmaster, tue es jetzt. Und tue es immer und immer wieder!

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Warum Paranoia gut sein kann

MausHeute möchten wir mal ein Thema anschneiden, welches nicht überall so gut ankommt. Denn es ist mit einem hässlichen Wort verbunden: manche nennen es Arbeit. Es geht um Arbeiten, die immer wieder anstehen, die sich regelmässig dem Webverantwortlichen aufdrängen. Und die man oft genug vernachlässigt. Tätigkeiten wie Wartung, Statistik und Kontrolle. Also, ich erzähle gleich mal was aus dem Nähkästchen.

„Ganz oben auf der Liste meiner Erfahrungen steht die Erkenntnis, dass man unangenehmen Dingen nicht aus dem Weg gehen kann“, sagte Henry Ford.

Und er musste es wissen. Mehr zu Henry Ford später.

Informationen gemäss Stand vom 13.2.2024

Inhaltsverzeichnis: Regelmässige Tätigkeiten


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Datensicherung (Backup) der Website

Haben Sie eine aktuelle Datensicherung Ihres Webauftritts? Was ist, wenn Ihr Hosting-Provider Konkurs macht? Was ist, wenn Sie kurzfristig den Provider wechseln müssen?

Es gibt verschiedene Methoden, um die Datensicherung durchzuführen. Welche die beste Methode ist, darüber liesse sich vortrefflich streiten, was wir aber unterlassen werden. 🙂

Viele Hosting-Provider führen automatisch eine Datensicherung aus. Allerdings sind Sie auf diesen Provider auf Gedeih und Verderb angewiesen. Da manche mit diesem Klumpenrisiko nicht leben wollen, gibt es weitere Lösungsansätze.

Bei einem einfachen Webauftritt mit ein paar HTML-Seiten ist es einfach. Da man auf dem eigenen PC den Auftritt konzipiert hat, ist der Online-Auftritt praktisch eine Kopie. In diesem Fall ist nichts zu unternehmen. In Zeiten von Content-Management-Systemen dürfte dieser Fall eher selten sein.

Setzt der Webauftritt auf eine Datenbank, bei der online Daten erfasst werden, ist die Sache schon komplizierter. Bei der Datenbank MySQL können Sie via Benutzeroberfläche PHPMyAdmin die Daten exportieren und auf dem heimischen PC wieder importieren. Damit sind auch diese Daten gesichert.
Viele der Leser werden einen Webauftritt auf Basis eines CMS (Content-Management-Systems) besitzen. Je nach Produkt gibt es hier verschiedene Lösungen.

Für WordPress können Sie mit einem Plug-in wie WP-DBManager automatisch die Datenbank sichern lassen.

Per FTP-Software können Sie die hochgeladenen Dateien einfach auf den eigenen Computer kopieren.

Grundsätzlich würde ich jedem Webmaster empfehlen, eine lauffähige 1:1 Kopie des Webauftritts auf dem PC zu verwalten. Es ist viel besser, wenn man neue technische Finessen, Redesigns und Plug-ins auf dem aktuellen PC austestet. Den realen Online-Webauftritt sollten Sie von diesen Tests verschonen. (Na, Sie wissen schon, falls mal was daneben geht.)

SE Cockpit Keywordrecherche

Auch neue Versionen der Plug-ins sollten Sie grundsätzlich immer auf der Offline-Version einer Website testen. Gerade kürzlich habe ich festgestellt, dass nach einem Pluginupdate ein Programmteil nicht mehr funktionierte. War ich froh, habe ich das Update nicht online durchgeführt. 🙂 Manchmal ist so ein wenig Paranoia gar nicht schlecht und vermeidet Ärger, bei sich selbst oder noch schlimmer, bei einem Kunden!

HTML-Seiten laufen auf jeder Kiste, programmierte Seiten wie PHP-Seiten laufen nicht auf einem gewöhnlichen PC, mögen Sie als cleverer Webmaster jetzt einwenden. Richtig!

Damit ein CMS wie WordPress auf dem eigenen PC läuft, muss ein Webserver mit den entsprechenden Programmiersprachen auf dem Computer oder einem USB-Stick installiert sein. Das ist einfacher als vermutet. XAMPP, AMPPS oder InstantWP bieten entsprechende Lösungen kostenfrei an.

Automatisch durchgeführte Datensicherungen sind zu bevorzugen. Bei manuellem Eingreifen ist darauf zu achten, dass die Datensicherung regelmässig durchgeführt wird. Eine Checkliste hilft, dass man die Übersicht behält. Eine einfache Tabelle in einem Tabellenkalkulationsprogramm sorgt für Ordnung.

„Welche der technischen Lösungen Sie bevorzugen mögen: Planen Sie die Datensicherung automatisch oder führen Sie diese regelmässig aus!“

Datensicherung der E-Mail-Adressen

Manche Webmaster verwalten Ihre Newsletter-Adressen via Dienstleister im Web. Auch in diesem Falle kann man monatlich oder alle drei Monate die E-Mail-Adressen mit allen Einstellungen exportieren und zusätzlich auf dem eigenen PC lagern. (Was ist, wenn man E-Mail-Provider gehackt wird, von heute auf morgen vom Markt verschwindet, wenn …)

Manche denken eventuell, der hat jetzt wirklich Paranoia. Aber wie wir oben schon gelernt haben, ist ein wenig Paranoia recht nützlich. Wenn die gesamte Existenz an diesen E-Mail-Adressen hängt, können Sie nicht vorsichtig genug sein!

Statistik und Frühwarnsystem

Als Webmaster muss man auch wissen, was auf den eigenen Servern läuft und wie sich die Dinge entwickeln. Professionelle Statistikprogramme liefern uns die benötigten Daten. Dazu braucht man pro Monat nur einige Minuten Zeit und ein Tabellenkalkulationsprogramm (damit kann man die Daten auch noch grafisch aufbereiten, am besten eignen sich dazu Liniendiagramme). Welche Daten allerdings relevant sind, entscheiden Sie selbst.

Hier ein paar Vorschläge:

  • Anzahl Besucher auf der Website
  • Anzahl Besuche auf der Website
  • Anzahl der aufgerufenen Seiten
  • Durchschnittliche Anzahl der aufgerufenen Seiten
  • Durchschnittliche Länge eines Besuches
  • Anzahl der neu gewonnenen Newsletterabonnenten
  • Anzahl der verlorenen Newsletterabonnenten
  • Total der Newsletterabonnenten
  • Anzahl der Anfragen
  • Anzahl der Bestellungen
  • Getätigter Umsatz durch Verkauf
  • Getätigter Umsatz durch Provisionen

Interessant wird es, wenn man die Daten über mehrere Jahre führt und so den Erfolg genau nachvollziehen kann. Zudem lassen sich jahreszeitliche Trends herausfinden. Werden gewisse Werte Monat für Monat unterschritten, so müssen Sie schleunigst die Faktoren für den Absturz ermitteln und handeln!

Mit den Webmaster-Tools prüfen

Es gibt mehrere Webmaster-Tools. Kostenfrei und am bekanntesten ist die Google Search Console. Auch mit diesem Instrument können Sie Probleme und Fehler der Website früh erkennen und sofort handeln. Mein Vorschlag: monatlich überprüfen.

Aktualität

Zu den regelmässigen Tätigkeiten gehört auch die Überprüfung des Inhaltes einer Website. So müssen u. a. folgende Fragen geklärt werden:

  • Stimmen alle Informationen noch?
  • Sind die Fotos und Filme noch aktuell?
  • Stimmen alle Preise noch?
  • Wird noch auf Aktionen oder Termine hingewiesen, die längst vorbei sind?
  • Sind die angebotenen Downloads noch aktuell

Ausgehende Links müssen immer mal wieder kontrolliert werden. Dazu eignen sich Tools wie Xenu. Solche Tools erkennen aber nur, ob ein Link noch technisch funktioniert. Verweist der Link inzwischen auf eine Pornoseite, helfen uns solche Tools nicht. Also sollten Sie jeden Link (sofern möglich) gelegentlich auch mal anklicken.

Bezahlte Werbung kontrollieren

Buchen wir Werbung im Keyword-Advertising Umfeld (wie Google Ads) müssen wir kontrollieren, ob alles nach unserem Geschmack verläuft. Die Kampagnen müssen überprüft und optimiert werden.

Affiliate-Marketing

Wenn wir Einnahmen aus dem Affiliate-Marketing beziehen, kontrollieren wir die regelmässigen Einnahmen. Bringen uns die Affiliate-Links die dringend benötigten Einnahmen? Welche Links müssen ausgetauscht werden? Funktionieren die Affiliatelinks überhaupt noch?
Nur wenn wir alle Einnahmen und Optimierungen im Blick haben, können die Umsätze regelmässig stabil sein oder sogar gesteigert werden.

Split testen

Laien vermuten, Profis wissen. Ist die Bestellseite ideal aufgebaut, wurde die Landesseite bestens erstellt? Solche Fragen sind aus dem Bauch heraus kaum seriös zu beantworten. Ein sogenannter Splittest hilft, die entscheidenden Seiten eines Webauftritts zu optimieren. Und genau darum geht es hier: Die Splittests müssen regelmässig kontrolliert und mit Änderungen neu aufgesetzt werden.

Formulartest

Ich stelle im Web immer wieder fest, dass die Formulare auf diversen Webpräsenzen nicht funktionieren! Ohne korrekt funktionierende Formulare gibt es keinen Eintrag in den E-Mail-Verteiler, keine Kontaktdaten, keinen Umsatz. Kaum ein Besucher ist so freundlich und weist uns auf ein technisches Problem hin.

Formulare werden bei der Erstellung oftmals nicht gründlich getestet. Unsauber programmierte Formulare können bei einem Update der Programmiersprache nicht mehr korrekt arbeiten! Wenn keine Anfragen oder Bestellungen eintreffen, sofort das Kontaktformular testen! Besser, Sie testen die Formulare monatlich.

Zusammenfassung als Checkliste sowie weitere wichtige Punkte

  • Datensicherung der Webpräsenz(en)
  • Komplette Inhalte der Website auf Aktualität überprüfen
  • Website auf defekte Links überprüfen
  • Datensicherung der E-Mail-Adressen
  • Statistiken auswerten
  • Marketingplan: Sind wir mit unserer Planung auf Kurs?
  • Webmaster-Tools überprüfen
  • Keyword-Advertising-Kampagnen überprüfen
  • Affiliate-Marketing-Massnahmen überprüfen
  • Split Testen
  • Formulartests durchführen
  • und wenn wir schon dabei sind, hier noch die Kontrolle des eigenen PCs
  • Komplette Festplatte auf Viren und Spyware überprüfen lassen
  • Festplatte auf Fehler überprüfen und defragmentieren
  • Software auf den neuesten Stand bringen
  • Datensicherung durchführen
  • PCs gelegentlich öffnen und Staub entfernen, um den Computer vor Überhitzung zu schützen

PS

Der Beitrag hat mit einem Zitat von Henry Ford seinen Anfang genommen. Mit einem weiteren seiner Zitate endet hier der Beitrag:

„Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft darauf, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken.“

Also packen wir es an!

Autor: Walter B. Walser, kundennutzen.ch

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Online-Mar­ke­ting-Mana­ger

Seit 1995 hat Walter B. Walser Erfahrung mit dem Internet. Im Jahr 2001 gründete er das Magazin kundennutzen.ch, das sich auf praktisches Online-Marketing und Online-Tools konzentriert. Als Agenturleiter hat er Unternehmern geholfen, die Effektivität ihrer Website um 100% zu steigern. Ferner beriet Walser kleine Unternehmen bei ihrem Internetauftritt und spezialisierte sich auf die Pflege und Optimierung von Websites. Zu seinen Interessen gehören Umweltschutz und Geopolitik.