Was ist Semantik und warum sollten Sie Ihre Tex­te darauf op­ti­mieren?

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Online-Marketing-Beitrag

Informationen gemäss Stand vom 5.5.2021

Wer Texte im Internet veröffent­licht, der möchte in der Regel, dass diese gelesen werden. Vor dem Lesen steht nor­maler­weise das Finden des Textes. Eine Opti­mierung auf Key­words ist Best Practice im Online-Marke­ting. Wie ­so Sie neben den Key­words auf eine seman­tische Opti­mierung achten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

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Inhaltsverzeichnis: Semantik


Herkunft und Definition

Das Wort Semantik stammt vom altgriechischen Wort semaínein (dt. „bezeichnen“) ab. Die Lehre der Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung von Zeichen, wobei das Wort Zeichen sowohl Symbole, einzelne Wörter als ganze Sätze umfasst.

Die Semantik findet in der Praxis in drei verschiedenen Teil­bereichen An­wen­dung, wovon einer für Texter, Content-Marketer und Suchmaschinen­opti­mierer relevant und wichtig ist. Dieser Bereich nennt sich die Seman­tik natür­licher Sprachen oder einfach linguis­tische Seman­tik.

Beispiele

Zusammengefasst geht es um die Bedeutung von Wörtern in unserer natürlichen Sprache. Beispielsweise gibt es Wörter, die eine vollkommen unterschiedliche Zeichenfolge aufweisen, aber dieselbe Bedeutung haben:

  1. Den Bund der Ehe eingehen = heiraten
  2. Sich das Ja-Wort geben = heiraten

Auf der anderen Seite gibt es Wörter mit einer exakt gleichen Zeichenfolge, die wiederum vollkommen unterschiedliche Bedeu­tungen haben:

  1. Golf = Sportart
  2. Golf = Automodell
  3. Puma = Raubkatze
  4. Puma = Marke für Sportkleidung

Was für den Menschen simpel erscheint, stellt eine Maschine vor große Herausforderungen. Und mit Maschine ist natürlich in diesem Zusammenhang eine Suchmaschine gemeint.

Wie Google mit Semantik umgeht und trai­niert

2013 wurde ein Algorithmusupdate seitens Googles ausgerollt, was für die Suchmaschine einen großen Schritt in Richtung seman­tisches Verständnis bedeutete. Mit dem sogenannten Hummingbird-Update begann Google zu versuchen, Bezie­hungen zwischen Begriffen zu identifizieren, zu verstehen und zu bewerten.

2015 startete Google mit RainkBrain seine künstliche Intelligenz zur Verbesserung der Suchergebnisse, die wieder­um auf Humming­bird basiert. RankBrain ist darauf trainiert (bzw. trainiert sich selbst) noch nie zuvor ge­suchte Such­anfragen zu verstehen und dazu die passenden Ergebnisse auszuliefern.

2019 kam die bislang letzte große Erneuerung in Sachen Semantik hinzu: Google BERT. Dies ist ein weiterer Algo­rithmus, der unter Berücksichtigung von Natural Language Processing (NLP) nicht mehr nur die Beziehung zwi­schen einzelnen Wörtern wie beim Humming­bird 2013, sondern nun auch ganze Kontexte verstehen und inter­pretieren kann.

Warum sollten Sie Semantik für Ihre Texte nutzen?

Für Publisher und Content-Creator oder auch allgemein Webmaster geht es bei der Optimierung auf Semantik in erster Linie um das Demonstrieren thematischer Relevanz der Suchmaschine gegenüber. Ziel ist es, dass die Such­ma­schine Ihren Text als thematisch relevant für den Nutzer bzw. die Suchanfrage des Nutzers einstuft.

Sie können über das Keyword im Title, der URL und der H1 Überschrift der Suchmaschine mitteilen, für welchen Be­griff Sie gefunden werden wollen, ob Ihr Dokument inhaltlich das bietet, was der Nutzer sehen will, darüber gibt die reine Verwendung des Keywords keine Auskunft.

Die vorhin genannten Änderungen und Updates der Algorithmen haben dazu geführt, dass Google neben Key­words auch die inhalt­liche Be­deutung und den Sinn­zusammen­hang von Texten wertet/auswertet.

Wie können Sie Semantik für Ihre Texte nutzbar machen?

Ein wichtiger Teil der semantischen Content-Opti­mierung ist die Verwendung von sog. Entitäten. Dabei handelt es sich um eine Sache oder ein Konzept, das die Kriterien (1) einzigartig, (2) klar definiert und (3) unterscheidbar er­füllt. Entitäten, die diese Kriterien erfüllen, sind beispielsweise Orte, Personen, Tiere, Unternehmen, Bauwerke, Fil­me, Bücher und Musik Alben. Eine komplette Liste hat Google selbst zur Verfügung ge­stellt.

Nun ist es logisch, dass die meisten Privat­personen keine Entität für Suchma­schinen darstellen. Genauso verhält es sich, wenn ich ein Buch schreibe und es ausschließlich an Freunde und Verwandte verschenke. Wenn keine oder nicht genügend Informa­tionen zu einer Sache oder einem Konzept im Internet zur Ver­fügung stehen, können Such­ma­schinen diese auch nicht in ihre seman­tischen Daten­banken auf­nehmen.

Woher bekommt Google die Infor­mation für ihre seman­tische Daten­bank?

Allen voran ist die wichtigste Quelle Wikipedia. Google weiß, dass ein Wikipedia-Ar­tikel nicht einfach zu be­kom­men ist und gleichzeitig bestimmten Qualitätsrichtlinien wie Quellenangaben etc. unterliegt. Zusätzlich spielt der Fakt, dass die Artikel von Menschen geprüft werden, eine wichtige Rolle in puncto Vertrauens­würdig­keit.

Halten wir fest, dass eine Sache oder ein Konzept, das einen Wikipedia-Eintrag besitzt, von Google als Entität ein­ge­stuft werden kann. Doch wie werden die Beziehungen zwischen den Entitäten ermittelt? Immerhin wollen wir wis­sen, welche Entitäten zu dem Thema, zu dem wir schreiben, relevant sind.

Hierzu müssen Sie einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis und die internen Links des entsprechenden Artikels wer­fen. Wiki­pedia ist selbst eine Wissens­datenbank, die aufgebaut ist, dass thematisch rele­vante Artikel im Text ver­linkt sind. Diese Tatsache kann Google auswerten und für sich nutzen.

Praktische Tools für die semantische Optimierung

Es wäre viel zu viel Aufwand, alle Wikipedia-Artikel zu einem Thema zu durchforsten. Das heißt nicht, dass ein Blick dort rein sich nicht lohnen würde. Es gibt Tools auf dem Markt, die Ihnen die Arbeit erleichtern.

Google Docs

Das haus­eigene Werkzeug von Google zur Textverar­beitung bietet ein interes­santes Feature, wenn Sie fertige Texte auf Seman­tik überprüfen wollen. Es spielt keine Rolle, ob Sie Ihre Texte darin schreiben oder einen Text hinein­ko­pie­ren. Während Sie ein Google Doc erstellen, sehen Sie in der unteren rechten Ecke folgendes Symbol:

Durch das Klicken auf diesen Button „erkunden“ Sie Ihren Text und Google Docs sagt Ihnen anschließend, worüber Sie geschrie­ben haben. Das ist hilfreich, um zu überprüfen, ob Sie das Thema so behandelt haben, dass Google es versteht, als auch, um heraus­zufinden, worüber Ihre Konkur­renten geschrieben haben.

Fazit

„Sie haben gelernt, dass seman­tische Zusam­men­hänge mittler­weile eine tragende Rolle bei der Bewer­tung von Web­siten spielen. Gerade bei hart umkämpften Themen ist eine stumpfe Fokus­sierung auf Key­words weder zeitgemäß noch erfolg­versprechend. Betreiber von Suchma­schinen sind daran interes­siert, den Nut­zern die besten Sucher­gebnisse zu liefern.

Denken Sie daran, dass Sie Ihre Texte in erster Linie für den Leser schreiben und nicht für Such­maschinen. Opti­mieren Sie nicht aus­schließ­lich nach dem, was Tool ausspucken. Es ist mög­lich eine Seite zu über­op­timieren.“

Autor: Moritz Winter ist Redaktions­leiter und Head of SEO beim MONE­DOS Maga­zin. Als ehema­liger Fashion­blogger mit viel Mar­keting Know-how übernimmt er die strate­gische Leitung der Redaktion. Zusätz­lich ist er Mitbe­gründer der SEO-Free­lancer Seite hausamseo.de.