Online-Mar­keter: Wie Sie Ihren di­gi­talen Nach­lass verwal­ten müssen, bevor es zu spät ist

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Digitaler Nach­lass vor allem für Online-Marketer

Alle Daten, Profile und Ein­kom­men, die jemand nach dem Tod auf einem Computer oder im Internet hinterlässt, wer­den als „digitaler Nachlass“ be­zeichnet. Die wenigsten Per­sonen machen sich Gedanken darüber, was mit ihrem Nach­lass passiert. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie es Ihren Nach­kommen einfacher machen und was Sie tun sollen, wenn Sie sich um die Hinter­lassen­schaft eines Ver­wandten kümmern müssen.

Passwort

Dieser Beitrag und die Check­liste eignet sich für jede Person, die digitale Konten aller Art unterhält. Für die Hinter­blie­be­nen von sehr onlineaffinen Personen (wie Online-Marketers, Internet-Dienst­leister, Web­de­signern, digitalen Noma­den etc.) ist es noch viel wichtiger, weil sonst die Erben vor kaum lösbaren technischen Pro­ble­men ste­hen.

Inhalts­ver­zeich­nis: Digi­taler Nach­­lass

Digitale Vorsorge: Was ich für meinen Nachfolger tun sollte

Wenn Sie Ihren digitalen Nach­lass planen möchten, gehen Sie folgendermassen vor. Überlegen Sie sich, wer sich mit Ihrem Nachlass befassen soll, wer Ihr digitaler Willens­voll­strecker sein soll. Es muss sich um eine Person han­deln, die ver­trauens­wür­dig ist und Erfahrung mit Computer und Internet besitzt. Orientieren Sie diese Person be­reits jetzt, wie es im Todesfall ablaufen soll.

Erstellen Sie ein Dokument mit folgenden Informationen, je nach Art des Online-Dienstes:

  • Wer ist der Anbieter?
  • Link zum Login eines Diens­tes
  • Vertragsart, Vertragsnummer, Kündigungstermine
  • Benutzername
  • Verwendete E-Mail-Adresse
  • Passwort
  • Ergänzende Passwort-Frage
  • Verwendetes Zahlungskonto
  • Der letzte Wille

Beschreiben Sie, was mit die­sem Konto geschehen soll. Beispiele:

  • Account löschen.
  • Bei YouTube: Videos löschen oder online lassen.
  • Website XX:
    soll durch eine andere Person weitergeführt werden.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Liste immer aktuell ist und hinterlegen Sie das Dokument auf Papier oder doppeltem Da­ten­trä­ger an einer Stelle, auf die Ihr Nach­fol­ger Zugriff hat.

Nicht vergessen: Erstellen Sie eine handschriftlich erfasste Vollmacht, mit einem Datum versehen und unter­schrie­ben. Diese muss unbedingt über den Tod hinaus gültig sein.

Vergessen Sie nicht, die Pass­wörter für Ihren Computer, Ihr Tablet, Smart­phone und ver­wen­dete Pro­gramme zu no­tieren.

Löschen Sie Accounts, die Sie nicht mehr verwenden.

Zu diesem Beitrag gibt es eine ausführliche Checkliste zum Herunterladen!

Vergessen Sie keinen Punkt beim Erstellen Ihres digitalen Nachlasses.

Diese Checkliste im PDF-Format er­gänzt den Beitrag auf dieser Seite perfekt.

Was muss online überprüft respektive gekündigt werden?

  • Abos
    Kostenpflichtige Mit­glied­schaften und Abonnements müssen ge­kündigt werden.
    Beispiele:
    ➤ Videodienste
    ➤ Telekomanbieter
    ➤ Spiele
    ➤ Online-Tools
  • E-Mail-Adressen
    bei Anbietern wie bei­spiels­weise GMX.
  • E-Mail-Texte
    Wichtige E-Mail-Texte müs­sen aus gesetzlichen Gründen für 5 Jahre aufbewahrt werden. Löschen Sie diese Texte nach dem Tod eines Erblassers nicht sofort, weil Sie eventuell aus diversen Gründen gewisse Infor­mationen noch be­nö­tigen werden.
  • Social-Media-Konten
    wie bei­spiels­weise bei Face­book, Twitter, Instagram, etc.
  • Zugang zur Website, Blog
    Zugang zum Content-Mana­ge­ment-System, Server, Datenbanken, FTP etc.
  • Soll Werbung weiterlaufen?
    Hat jemand eine Website, so muss man prüfen, ob Wer­bung weiterlaufen soll oder gekündigt werden muss. Ent­scheid je nachdem, ob die Site eingestellt oder weiter­ge­führt wird.
  • Partnerprogramme / E-Shops
    Generiert eine Website Ein­nahmen, so wird man ver­mut­lich die Website nicht kaltstellen. Je nach Know-how kann man diese weiter­füh­ren oder verkaufen.
  • Finanzielle Konten
    Was soll mit den geldlichen Konten geschehen?
    Beispiel:
    ➤ Online-Banking
    ➤ Paypal-Account
    ➤ Kredit-Karten
    ➤ Prepaid-Karten
    ➤ Digitale Währung.
  • E-Shop-Konten
    Sind alle Rechnungen be­zahlt? Gibt es noch Bonus­programme, auf denen Guthaben gutgeschrieben sind?
  • Weitere Dienste wie
    ➤ WLAN-Zugriff
    ➤ Diskussionsforen
    ➤ Portale aller Art
    ➤ Partnerbörsen
    ➤ Online-Kurse
    ➤ andere Mitgliedschaften / allgemeine Mitgliederbereiche / Vereine.

Detektivarbeit: Was tun, wenn mein Vor­fah­re nichts da­von getan hat?

Was tun Sie, wenn Ihnen der Erb­lasser diese notwendigen Infor­ma­tio­nen nicht hinterlassen hat?

Bei allen Online-Dienstes gibt es die Möglich­keit, das bestehende Passwort zurück­setzen oder zu­sen­den zu lassen. Dazu be­nö­tigen Sie allerdings den Zugriff auf das E-Mail-Konto.

Fragen Sie die Freunde und Ver­wandten des Ver­storbenen, über welche Dienste er geredet hat.

Nachlassverwalter können die Löschung eines Kontos ver­fü­gen. Bei den meisten Anbietern müssen die Erben einen ent­sprechen­den Antrag mit einer Sterbeurkunde stellen, worauf der Account ggf. gelöscht wird. Die meisten Por­tale schreiben in ihren AGB, wie die Konten ge­kün­digt werden müs­sen. Im Notfall hilft immer noch der Support.

Kosten für Streamingdienste und Lizenzen werden meistens per Lastschriftverfahren vom Konto abgebucht. Die Erben müssen diese Abos anhand von Konto­auszügen erkennen und reagieren.

Die meisten Onlinedienste er­lau­ben eine ausser­ordentliche Kündigung, wenn der Benutzer verstorben ist. Falls die Erben die laufenden Abos nicht ent­decken, kann es schnell teuer werden. Denn die Abos ver­längern sich automa­tisch, wenn sie nicht recht­zeitig ge­kün­digt werden.

Wenn notwendig, wird der Com­pu­ter des Verstorbenen von IT-Spezialisten auf Hinweise auf einen digitalen Nach­lass unter­sucht. Dabei geht es um die Aufhebung von Zu­griffs­be­schrän­kungen (Betriebssystem-Passwort, Fest­platten-Verschlüs­selung etc.) Bemühen Sie sich als Erbe, live dabei zu sein, wenn eine fremde Person die Hardware durch­fors­tet.

Protokollieren Sie alle Tätig­kei­ten mit Belegen und Screen­shots. So können Sie gegenüber der (aufmüpfigen) Verwandtschaft beweisen, dass Sie sauber und ehrlich gearbeitet haben.

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Digitaler Nachlass: Das Hand­buch für Vorsorgende und Hin­terbliebene


Was passiert mit digitalen Wer­ten, Social-Media-Konten, Web­präsenzen,
E-Mails und weitere digitale Werk­zeuge nach dem Tod?
Wer muss sich darum kümmern, und wie macht man das?
Welche Hürden und Fallstricke warten auf die Hinterbliebenen?

In beiden Fällen hilft dieser preis­werte Ratgeber. Mit Praxis­bei­spielen und Checklisten be­kommen Sie alles an die Hand, was Sie für Ihre eigene Vorsorge wissen müssen oder benötigen, um einen digitalen Nachlass zu regeln.

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Was muss offline ge­prüft werden?

Diverse Hardware, wie

  • Computer, Laptops
  • externe Festplatten
  • USB-Laufwerke
  • Backups
  • Tablets
  • Smartphones

Bevor ältere Geräte entsorgt wer­den, achten Sie darauf, dass sich darauf keine persönlichen Daten befinden. Las­sen Sie sich unter Umständen von einem er­fahrenen Informatiker helfen.

Handlungs­auffor­de­rung: Jetzt an­packen!

Ich weiss, was Sie jetzt denken: Gute Idee, das mit dem digitalen Nachlass, sollte ich mal machen.

Vergessen Sie das „sollte“. Packen Sie es sofort an! Auch wenn Sie jung und gesund sind, Unfälle können jederzeit pas­sieren. Ihre Erben werden es Ihnen danken.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine juristische Beratung. Wenn Sie auf der sicheren Seite stehen wollen, wenden Sie sich bitte an den Rechtsanwalt Ihres Ver­trauens.

Autor: Walter B. Walser, kundennutzen.ch

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Internet-Kaufmann

Seit 1995 im Internet. Gründer des pra­xis­na­hen On­li­ne-Mar­ke­ting Ma­ga­zins kundennutzen.ch, Autor und Online-Marketing Manager. Er half frü­her Un­ter­neh­mern 100% mehr aus Ihrer Web­site he­r­au­­s­zu­­­ho­len. Er hat KMU in Bezug auf deren Web­auf­tritt be­raten und sich auf die Web­si­te-Pfle­ge, Web­si­te-Opti­mie­rung und das On­li­ne-Mar­ke­ting mit On­li­ne-Tools spe­zia­li­siert.